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Opulenz und Genugtuung
von Philipp Furtwängler
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Nehmen wir einmal an, sie befänden sich gerade auf der Rückfahrt von einem Tagesausflug nach Venedig ins hügelige Piemont. Nehmen wir weiterhin an, sie würden sich bereits wie ein Kind darauf freuen, endlich in dem einzigen Hotel in Barolo speisen und anschließend nächtigen zu können.
Was jedoch, wenn sie nicht vom Hoteleigner und Winzer, der ihnen einige Jahre zuvor den doppelten Windsor-Knoten beigebracht hat, persönlich begrüßt würden, sondern von seiner genervten Schwiegertochter? Die weder bereitwillig Auskunft auf Englisch, Französisch, Deutsch noch Italienisch gibt? Und ihre Frage, ob das hauseigene Restaurant geöffnet hat, lediglich mit einem matten Lächeln quittiert?
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Sie schließlich – erschöpft von den unzähligen Eindrücken des Tages – die Ortschaft auf eigene Faust erkunden und schließlich doch noch ein Restaurant entdecken, das geöffnet hat? Der Kellner ihnen in seiner zugekoksten Hektik ein paar Ravioli über die neue Krawatte aus Venedig kleckert? Und sie zu allem Überfluss auf dem Weg zum Hotel feststellen, dass die Ferrari-Fahrer aus Mailand auf einer sonnigen Terrasse gesessen haben, während man sie und ihre Begleitung in einen schattigen Innenhof verfrachtet hat? Da hilft nur noch ein ordentlicher Schluck!
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